BM Mitterlehner stellt neues Filmfördermodell vor: zusätzliche 20 Millionen für die Filmwirtschaft
Die österreichische Filmwirtschaft begrüßt das neue Filmfördermodell als paradigmatische Ergänzung zu den traditionell starken Kulturförderungen. Der Obmann des Fachverbandes der Film- und Musikindustrie, Daniel Krausz, betont die Tatsache, dass nunmehr endlich auch ein wirtschaftlich orientiertes Förderinstrument in der Kompetenz des Bundesministers für Wirtschaft, Jugend und Familie geschaffen wurde, das additiv und kumulativ zu bestehenden Finanzierungsmodellen wirken soll. Viele wichtige Produktionen der Vergangenheit – u. a. Golden Globe-Gewinner Michael Haneke mit „Das weisse Band“ – hätten unter Zuhilfenahme dieses Modells federführend produziert werden können, hätte es ein Rabattmodell bereits in der Vergangenheit gegeben. Die langjährige Forderung der Filmwirtschaft nach einer 3. Finanzierungssäule neben den Bundes-und Regionalkulturförderungen und dem ORF sei damit grundsätzlich erfüllt.
"Österreich ist aufgrund seiner Locations durchaus für internationale Produktionen attraktiv," so Danny Krausz. Es brauche aber ein zusätzliches automatisches Fördermodell, das die Chancen für heimische Produzenten und Kreative erhöht, qualitative internationale Filmproduktionen nach Österreich zu holen, die von der heimischen Filmwirtschaft mitproduziert und ausgewertet werden können.
"Wir reihen uns damit in ein Finanzierungsmodell ein, über das andere Nachbarländer bereits verfügen." Es werde jedoch auch ein deutliches Signal gesetzt, noch attraktivere Rahmenbedingungen zu schaffen und sehe das Modell daher einen Rabatt von 25 % vor - statt wie in anderen Filmstandorten zwischen 15 % und 20 %. "Das sind gute Argumente, Produktionen nach Österreich zu holen," so Danny Krausz.
Zum vorgesehenen Budget von insgesamt € 20 Mio. auf einen Förderzeitraum von 2,5 Jahren ist festzuhalten, dass dies wohl weniger sei, als die Filmwirtschaft für ein Anreizmodell mit starken ökonomischen Multiplikatorwirkungen erreichen wollte. Dem Finanzministerund dem Wirtschaftsminister sei jedoch für Ihren Einsatz zu danken, in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten die Einführung eines antizyklischen Finanzierungsmodells budgetär durchzusetzen. Die Brache werde alles tun, um die Effektivität des Modells so unter Beweis zu stellen, dass nach einer Erstphase in naher Zukunft eine substanzielle finanzielle Aufstockung erreicht werden kann.
Karl Markovicz betont in seinem Statement, dass mit diesem Fördermodell auch in der Öffentlichkeit das Bewusstsein geschärft wird, dass Film "kein Almosenempfänger" sei und bezeichnet das neue Fördermodell unter Bezugnahme auf Verschrottungsprämie als „Erschaffungsprämie", die neue kulturelle Substanz Inhalte in die Welt bringe.
Der Fachverband hat gemeinsam mit anderen Interessensvertretungen und dem Ministeriumdas Modell entwickelt, das unter der Vorbildwirkung des Deutschen Filmförderungsfonds österreichische Spezifika betont und nachhaltige Beschäftigungseffekte für kreative Filmschaffende bringen soll. Das Modell soll in allen Details nach der endgültigen Fertigstellung und Ergänzung der Richtlinien durch die Rechtsexperten des Wirtschaftsressorts demnächst der Filmwirtschaft präsentiert werden.
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